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Pflegefachkraft werden: So läuft die Ausbildung ab

Die generalistische Pflegeausbildung verbindet Pflegeschule und Praxiseinsätze. Hier erfährst du, wie lange sie dauert, was du lernst, welche Voraussetzungen gelten und wie du dich bewirbst.

MeinPflege-Redaktion6 Min. Lesezeit
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Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert in Vollzeit drei Jahre. Du lernst an einer Pflegeschule und arbeitest in verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Nach der staatlichen Abschlussprüfung kannst du die Erlaubnis erhalten, die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zu führen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie die generalistische Pflegeausbildung aufgebaut ist und worauf es bei der Bewerbung ankommt.

Was ist die generalistische Pflegeausbildung?

„Generalistisch“ bedeutet: Du lernst, Menschen verschiedener Altersgruppen und in unterschiedlichen Situationen zu pflegen. Seit 2020 führt die Ausbildung die früher getrennten Wege in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammen. In den ersten zwei Jahren haben die Auszubildenden eine gemeinsame Grundlage. Im letzten Ausbildungsdrittel setzen sie die generalistische Ausbildung fort oder können unter bestimmten Voraussetzungen einen gesonderten Abschluss in der Alten- beziehungsweise Kinderkrankenpflege wählen. Wenn du dich für die Ausbildung als Pflegefachfrau oder die Ausbildung zum Pflegefachmann interessierst, ist der generalistische Abschluss der passende Ausgangspunkt.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Pflegefachkraft?

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit. In Teilzeit sind höchstens fünf Jahre vorgesehen. Teilzeit bedeutet nicht weniger Lernstoff: Die vorgeschriebenen Unterrichts- und Praxisstunden müssen trotzdem erreicht werden. Die Ausbildung ist für Auszubildende schulgeldfrei; der Träger der praktischen Ausbildung zahlt eine angemessene Ausbildungsvergütung. Wie hoch sie im Einzelfall ist, steht im Ausbildungsvertrag.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Für den Zugang brauchst du in der Regel einen mittleren Schulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung. Weitere Wege sind möglich, zum Beispiel ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer passenden abgeschlossenen Berufs- oder Pflegeassistenz-Ausbildung oder eine andere zehnjährige allgemeine Schulbildung. Hinzu kommen die gesundheitliche Eignung, die nötigen Deutschkenntnisse und persönliche Zuverlässigkeit. Ob dein konkreter Schulabschluss anerkannt wird und welche Nachweise du einreichen musst, klärst du mit der Pflegeschule und dem Ausbildungsträger.

  • Mittlerer Schulabschluss oder ein gesetzlich zugelassener gleichwertiger Zugangsweg
  • Gesundheitliche Eignung für die Ausbildung
  • Ausreichende Deutschkenntnisse für Unterricht und Pflegepraxis
  • Die für den Beruf erforderliche Zuverlässigkeit

Wie sind Theorie und Praxis aufgebaut?

Pflegeschule und Praxis wechseln sich ab. Die Verordnung sieht mindestens 2.100 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2.500 Stunden praktische Ausbildung vor. Die Pflegeschule koordiniert den Unterricht mit der Praxis. Der Träger der praktischen Ausbildung organisiert die Einsätze und schließt mit dir den Ausbildungsvertrag. In den Einrichtungen begleiten dich qualifizierte Praxisanleitende; Anleitung ist ein fester Teil deiner Einsatzzeit.

Was lernst du während der Ausbildung?

Du lernst nicht nur einzelne Handgriffe. Im Mittelpunkt steht der Pflegeprozess: den Bedarf eines Menschen erkennen, Pflege planen, durchführen und prüfen, ob sie hilft. Dazu gehören Kommunikation, Beobachtung, Dokumentation, Hygiene und Zusammenarbeit im Team. Du übst, pflegerische Entscheidungen zu begründen und mit Menschen verschiedener Altersgruppen respektvoll umzugehen.

  • Pflegebedarf einschätzen und passende Maßnahmen planen
  • Menschen im Alltag und in Krankheitssituationen sicher begleiten
  • Veränderungen beobachten und verständlich dokumentieren
  • Mit Patientinnen, Patienten, Angehörigen und dem Team kommunizieren
  • Hygiene, Sicherheit und fachliche Standards im Alltag anwenden

Wo finden die Praxiseinsätze statt?

Du bleibst nicht nur in einer Einrichtung. Vorgeschriebene Einsätze führen dich in die stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege und ambulante Pflege. Auch Pädiatrie und psychiatrische Versorgung gehören zur praktischen Ausbildung. Ein Vertiefungseinsatz gibt dir Gelegenheit, einen Bereich genauer kennenzulernen. Die genaue Reihenfolge steht im Ausbildungsplan deines Trägers.

Wie laufen die drei Ausbildungsjahre ab?

  1. Zu Beginn lernst du grundlegende Pflege, Kommunikation und Sicherheit kennen und startest mit Unterricht und Praxiseinsätzen.
  2. In den ersten zwei Ausbildungsdritteln sammelst du Erfahrung in mehreren Versorgungsbereichen. Gegen Ende des zweiten Drittels findet eine Zwischenprüfung statt.
  3. Im letzten Drittel vertiefst du Kompetenzen und bereitest dich auf die staatliche Abschlussprüfung vor. Der mögliche gesonderte Abschluss in Alten- oder Kinderkrankenpflege hängt vom vereinbarten Vertiefungseinsatz und deiner Wahl ab.

Die konkrete Verteilung von Schule und Einsätzen kann sich je nach Ausbildungsplan unterscheiden. Frage deshalb im Vorstellungsgespräch nach den Einsatzorten, der Praxisanleitung und der Zusammenarbeit mit der Pflegeschule.

Wie läuft die Abschlussprüfung ab?

Am Ende steht eine staatliche Prüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Im schriftlichen und mündlichen Teil zeigst du Fachwissen und erklärst deine Entscheidungen. Im praktischen Teil bearbeitest du Pflegesituationen und zeigst, dass du Menschen fachgerecht versorgen kannst. Für die Berufsbezeichnung brauchst du neben der bestandenen Prüfung die gesetzlich vorgesehene Erlaubnis. Die Pflegeschule informiert dich über Termine und Zulassung.

Welche Berufsbezeichnung hast du danach?

Nach der generalistischen Ausbildung und erteilter Berufserlaubnis lautet die geschützte Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“. „Pflegefachkraft“ ist ein gebräuchlicher Sammelbegriff, aber nicht einfach ein Ersatz für die persönliche Berufserlaubnis. Die Ausbildung als Pflegefachkraft qualifiziert dich für unterschiedliche Bereiche der Pflege; wo du später arbeitest, entscheidest du nach deinen Interessen und Möglichkeiten.

Kann man die Pflegefachkraft-Ausbildung in einem Jahr machen?

Nein, die reguläre Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist keine einjährige Ausbildung. Wer nach „Pflegefachkraft Ausbildung 1 Jahr“ sucht, meint oft eine Pflegehilfe- oder Pflegeassistenz-Ausbildung. Das ist ein anderer Abschluss. Eine Verkürzung der Fachkraftausbildung kann auf Antrag möglich sein, wenn die zuständige Behörde eine bereits abgeschlossene, gleichwertige Ausbildung oder Ausbildungsteile anrechnet. Umfang und Entscheidung hängen vom Einzelfall ab; eine pauschale Ein-Jahres-Zusage gibt es nicht.

Was bedeutet heute „Ausbildung als Krankenpflegerin“?

„Krankenpflegerin“ wird im Alltag noch häufig gesagt. Für neue Bewerbungen solltest du aber nach der heutigen Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann suchen. Die früher getrennte Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege wurde 2020 in die neue Pflegeausbildung überführt. Wer bereits eine ältere Berufsqualifikation besitzt, verliert sie dadurch nicht einfach; für neue Bewerberinnen und Bewerber zählt jedoch der aktuelle Ausbildungsgang.

Was gilt für internationale Bewerberinnen und Bewerber?

Zwei Wege sind wichtig: Willst du die Ausbildung in Deutschland neu beginnen, gelten die Zugangsbedingungen der Pflegeausbildung und gegebenenfalls Visum- und Aufenthaltsregeln. Hast du im Ausland bereits eine Pflegequalifikation abgeschlossen, geht es dagegen um die Anerkennung dieses Abschlusses. Das ist nicht dasselbe wie eine neue Ausbildung. Welche Unterlagen, Übersetzungen und Deutschkenntnisse nötig sind, hängt vom konkreten Fall ab. Für Pflegeauszubildende nennt das Bundesportal Make it in Germany je nach Bundesland B1 oder B2; prüfe die Anforderungen der Pflegeschule, des Trägers und der zuständigen Stelle.

Wie bewirbst du dich für einen Ausbildungsplatz?

Du kannst bei einem Träger der praktischen Ausbildung nach freien Plätzen fragen, etwa bei einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung. Der Träger schließt den Ausbildungsvertrag und arbeitet mit einer Pflegeschule zusammen. Prüfe die konkrete Ausschreibung: Dort stehen Bewerbungsweg, Fristen und gewünschte Nachweise.

  1. Suche passende Ausbildungsträger und prüfe, mit welcher Pflegeschule sie zusammenarbeiten.
  2. Stelle Lebenslauf, Schulnachweise und die in der Ausschreibung geforderten Unterlagen zusammen.
  3. Erkläre in deiner Bewerbung konkret, warum du Menschen pflegen möchtest und was du bereits über den Beruf weißt.
  4. Frage im Gespräch nach Praxiseinsätzen, Anleitung, Unterrichtszeiten und Ausbildungsvergütung.

Dein nächster Schritt

Vergleiche zwei oder drei Ausbildungsangebote und notiere offene Fragen zu Schule, Einsätzen und Voraussetzungen. Wenn du persönliche Hilfe bei deinen Unterlagen und deiner Bewerbungsstrategie brauchst, findest du bei MeinPflege eine Ausbildung-Begleitung. Sie ersetzt weder die Entscheidung der Schule noch eine Zusage für einen Ausbildungsplatz oder ein Visum.

Quellen

  1. BMG: Pflegefachperson und Ausbildung
  2. BMG: Fragen und Antworten zum Pflegeberufegesetz
  3. Pflegeberufegesetz § 1: Berufsbezeichnung
  4. Pflegeberufegesetz § 6: Dauer und Struktur
  5. Pflegeberufegesetz § 7: Praxiseinsätze
  6. Pflegeberufegesetz § 8: Ausbildungsträger
  7. Pflegeberufegesetz § 12: Anrechnung
  8. Pflegeberufegesetz § 19: Ausbildungsvergütung
  9. Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung § 1
  10. Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung § 9
  11. Make it in Germany: Pflegeauszubildende aus dem Ausland

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zur Pflegefachkraft?
In Vollzeit regulär drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre. Die vorgeschriebenen Lern- und Praxisstunden bleiben auch in Teilzeit bestehen.
Brauche ich Abitur für die Pflegeausbildung?
Nein. Ein mittlerer Schulabschluss oder ein anderer gesetzlich zugelassener Bildungsweg reicht aus. Mit Hauptschulabschluss ist der Zugang unter bestimmten zusätzlichen Voraussetzungen ebenfalls möglich.
Gibt es eine Pflegefachkraft-Ausbildung in einem Jahr?
Nicht als regulären Weg zum Fachkraftabschluss. Einjährige Pflegehilfe- oder Pflegeassistenz-Angebote führen zu einem anderen Abschluss. Bereits erworbene gleichwertige Qualifikationen können auf Antrag angerechnet werden; darüber entscheidet die zuständige Behörde.
Was ist aus der Ausbildung als Krankenpflegerin geworden?
Die frühere Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung ging 2020 in der neuen Pflegeausbildung auf. Wer heute neu beginnt, bewirbt sich meist für die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann.
Muss ich mich als internationaler Bewerber um Ausbildung oder Anerkennung kümmern?
Wenn du die Ausbildung in Deutschland neu beginnen willst, bewirbst du dich um einen Ausbildungsplatz. Wenn du bereits eine Pflegequalifikation im Ausland abgeschlossen hast und damit in Deutschland arbeiten möchtest, prüfst du den Weg der beruflichen Anerkennung. Visa-, Sprach- und Nachweisfragen sind im Einzelfall zu klären.

Brauchst du praktische Hilfe bei Bewerbung oder Vorbereitung?

Die persönliche Begleitung von MeinPflege führt dich Schritt für Schritt: Wir prüfen deine Unterlagen, bereiten Anschreiben und Lebenslauf mit dir vor und üben das Vorstellungsgespräch.

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